Dauerstress macht vergesslich. Ja du hast richtig gehört. Vergesslichkeit als Stress-Symptom tritt hier einfach deutlich auf die Bühne und im schlimmsten Fall sind sogar irreversible Schäden möglich. Das heißt im Klartext: Wenn etwas im Hirn kaputt ist, kann es keiner reparieren.

Okay, ich will dir jetzt keine Angst machen. Mir ist einfach wichtig, dass du Folgendes weißt: Wenn du Stress-Symptome ignorierst, legst du den Pfad, der langfristig zu einer stressbedingten Erkrankung führen kann.

In meiner Arbeit mit Burnout-Patienten habe ich zum Beispiel Betroffene kennengelernt, für die war das Berufsleben aufgrund der Erkrankung leider viel zu früh zu Ende. Es ging in die Frührente, weil eine solide Arbeitsleistung nicht wieder hergestellt werden konnte. Für viele Menschen ist das ein echter Einbruch ins Leben.

Sieh es einfach so: Wenn du rechtzeitig einlenkst, ist Vergesslichkeit nichts, was du nicht wieder richten kannst.

Deshalb erfährst du in diesem Artikel, wie Dauerstress die Gedächtnisleistung vermindert und was du tun kannst, falls auch du plötzlich feststellen musst: „Hilfe, ich kann mir nichts mehr merken!“

Wenn du rechtzeitig etwas unternimmst, kannst du deine Merkfähigkeit wieder in ganz normale Bahnen lenken.

Vergesslichkeit als Stress-Symptom, wie sieht das eigentlich aus?

Stell dir folgende Situation vor:

Du unterhältst dich mit einer Kollegin und kurz danach auf dem Nachhauseweg hast du vergessen, was die Kollegin dir erzählt hat. Es ist wie weggewischt.

Dazu fragst du dich, ob du deine Bürotür abgeschlossen hast, was du normalerweise nie vergisst.

Am Abend schaust du in deinen Kalender und bemerkst, dass du den Zahnarzttermin heute verschusselt hast. Dabei hast du ihn extra rot im Kalender markiert.

Dann tigerst du durch deine Wohnung, willst in der Küche eine Tasse Tee kochen. Doch in der Küche fragst du dich, was du hier gerade noch einmal wolltest.

Der Höhepunkt dieses Tages macht dich wirklich nachdenklich: Ein langjähriger, guter Freund kommt zu Besuch und sein Name ist dir vollständig entfallen. Black Out pur! Thomas, Paul … nein, der Name ist wie ausgelöscht und es ist dir mehr als peinlich, weil dein Kumpel dich mit großen Augen anschaut.

Jetzt verrate ich dir ein Geheimnis von mir:

Die eben beschriebene Situation ist MIR passiert.

Vor einigen Jahren, ich war noch weit weg von meinem 40. Geburtstag, durfte ich selbst mit dem Stress-Symptom Vergesslichkeit Bekanntschaft machen. Das hat mich einige Nerven gekostet und echt verrückt gemacht.

Die gute Nachricht, die ich damals bekam, ich litt nicht an Demenz und es gab einen Weg, wie ich wieder normal werden konnte. Ich empfand diesen Hinweis als sehr erleichternd.

Heute weiß ich, dass meine Vergesslichkeit ein klarer Hinweis auf Dauerstress war und dass jeder Betroffene etwas tun kann, damit sein Gehirn die Dinge im Alltag wieder normal abspeichert und man sich gut erinnern kann.

Dieses Wissen gebe ich gerne weiter.

Was passiert also genau in deinem Körper, wenn Vergesslichkeit als Stress-Symptom auftritt?

Wenn wir Stress haben, ist unter anderem das Stresshormon Cortisol (oder Kortisol) an Vorgängen in unserem Körper beteiligt. Bei Dauerstress haben wir es mit einem erhöhten Cortisolbeschuss zu tun. Das Cortisol setzt dem Gehirn dann derart zu, dass es zu Black Outs, Sprachschwierigkeiten (Wortfindungsstörungen) und eben auch Vergesslichkeit kommen kann. Das Cortisol attackiert zum Beispiel das Kurzzeitgedächtnis und beeinträchtigt die Informationsübertragung im Gehirn. Eine Folge davon können Einschränkungen in der Merkfähigkeit sein.

Über Jahre hinweg kann ein dauerhaft überhöhter Cortisolspiegel sogar irreversible Schäden hervorrufen. Deshalb ist es absolut wichtig, Vergesslichkeit als Warnsignal ernst zu nehmen.

Klar solltest du ärztlich abklären, ob das Symptom Vergesslichkeit kein Hinweis auf eine andere Erkrankung ist. Sicher ist sicher. Als Stressberaterin ist es meine Pflicht, dich darauf hinzuweisen.

Stress-Symptom Vergesslichkeit stoppen: was kann ich tun?

Die Zauberformel bei chronischem Stress heißt: Entspann` dich und zwar jetzt!

Was, mehr nicht?, denkst du jetzt vielleicht.

Ich weiß, es klingt ziemlich banal. Aber so funktionieren wir. Der menschliche Körper ist bestimmten Rhythmen unterworfen. Nach intensiven Arbeitsphasen möchte er ruhen, sich erholen und wieder Kraft tanken. Nur so bleibt der Mensch im Gleichgewicht und der Stresspegel auf einem gesunden Level.

Im Grunde will dir dein Körper einfach nur sagen: „Stopp! Ich will jetzt mal runterkommen, sonst setze ich noch einen drauf, bis du nicht mehr kannst und nachgeben MUSST.“

Entspannung meint hier nicht, dass du einfach nur drei Tage auf dem Sofa liegen und dich nicht mehr bewegen sollst.

Frage dich einfach: Was gibt mir Energie?

Das können durchaus drei Tage auf dem Sofa sein. Aber es gibt weitaus mehr Möglichkeiten, deinen Körper wieder in seine Balance zu bringen.

Hier ein paar Beispiele:

  • liebevolle Körperpflege, so schenkst du deinem Körper bewusst Aufmerksamkeit
  • gut dosiertes Bewegen, ohne sich übermäßig anzustrengen, z.B. Spazierengehen in der Natur, Gartenarbeit oder Joggen
  • sich in reizarmer Umgebung aufhalten, um den Kopf zur Ruhe kommen zu lassen
  • auf einer Parkbank sitzen und die vorbeilaufenden Passanten beobachten
  • nervige Gedanken (Kopfkino) gedanklich in einen Tresor stecken
  • Entspannungstechniken nutzen, wie zum Beispiel Autogenes Training
  • Stress wegatmen (nutze dazu die Atem-Übung aus dem dazugehörigen blog-Artikel)
  • beruhigende Musik hören
    Meditation
  • sich etwas Gutes zu essen kochen und die Mahlzeit so richtig genießen
  • Mediengeräte wie Computer, Fernseher, Tablett oder Handy vollständig ignorieren

Wenn du grundsätzlich Stress-Symptome vermeiden willst, dann ackere nicht nur, sondern lehne dich jeden Tag auch zurück. Nähre deinen Körper und erhole dich, anstatt nur Einsatz von ihm zu verlangen.

In meinem Fall war es tatsächlich so, dass nach einer mehrtägigen Auszeit, in der ich die Worte Selbstfürsorge und Entspannung ganz groß geschrieben hatte, meine Merkfähigkeit zurückkam.

Ich veränderte vorausschauend außerdem etwas an meinem Arbeitsstil. Denn ich hatte keine Lust, dass mir dasselbe noch einmal passierte. Meine Pausenzeiten im Arbeitsalltag wurden mir heilig. Dazu legte ich mir eine innere Haltung zu, die mich auch heute noch mit Ruhe durch den Tag trägt.

Nichts zu tun, gehört mittlerweile zu meinem Wochenend-Verwöhnprogramm. Gewürzt mit einer guten Prise Dankbarkeit gibt mir schon eine Viertelstunde davon enorm viel Energie und gute Laune.

Okay, ich denke, meine Botschaft ist angekommen. Wenn Vergesslichkeit zuschlägt und dein Körper nach einer Auszeit ruft, dann mache ihm dieses Geschenk. Ausgedehnte Entspannungsphasen helfen echt weiter. Nimm Urlaub oder auch eine Auszeit im Krankenstand kann helfen, um zur Ruhe zu kommen und eventuell sogar die eigene Arbeitsplatzsituation und den persönlichen Arbeitsstil zu überdenken.

Vergesslichkeit als Stress-Symptom: eines von vielen

Wenn du wissen willst, welche körperlichen und psychischen Frühwarnzeichen ebenfalls auf Dauerstress hinweisen, schreibe mir eine Email an info@deinepausejetzt.de oder klicke auf Kontakt. Du erhältst als Antwort eine Liste mit 50 Stress-Symptomen, auf die du achten solltest, wenn du in keine stressbedingte Erkrankung hineinschlittern möchtest.

Bleibe gesund und lebe gut. So läuft der Hase richtig.

Deine Stressberaterin Sandy

sandy-recknagel

Mein Name ist Sandy Recknagel und ich stehe dir als Stressberaterin zur Seite. Schreibe mir, wenn du Fragen hast (klicke auf Kontakt) oder trage dich in meinen Newsletter ein.